Münchener Ruder- und Segelverein "Bayern" von 1910 e.V.
MRSV

Aktuelles

Erlebnis Rudern
Berichte eingestellt am 18. November 2011

Über zwei sehr unterschiedliche Erfahrungen berichten Wolfgang Perchermeier und Ulf Kramer: Überschwemmung beim Silverskiff auf dem Po und italienische Küche auf der Donau.


Silverskiff
Internationale Ruder-Regatta Anfang November 2011 in Turin
Text: Wolfgang Perchermeier

Erlebnis Rudern
Foto Dieter Kluth

Zusammenfassung:
Dieter Kluth, Roman Müllner, Christa Perchermeier, Ernst Riebensahm (und Wolfgang Perchermeier als Begleitperson) waren zum oben angegeben Rennen gemeldet. Starkregen und dadurch zu erwartender Anstieg des Wasserstandes veranlasste den Polizeipräsidenten von Turin, die Durchführung der Regatta zu untersagen. Innerhalb eines Tages stieg der Wasserspiegel des Pos um 3 bis 5 m an. Am Montag wurden die Schulen in Turin geschlossen sowie einige Stadtbrücken über den Po gesperrt.

Bericht:

Donnerstag:
Anfahrt. Dieter und Ernst fuhren über die Schweiz, wie auch Roman, der den Hänger zog und erst um Mitternacht Turin erreichte. Christa und Wolfgang nahmen den Weg über Innsbruck und schauten sich in Cremona, der Wiege des Geigenbaus, im Geigenmuseum kostbare Instrumente an, darunter Geigen von Stradivari, Amati und del Jesu. In dem kleinen Raum fanden sich Instrumente von sehr hohem Wert. Diese Instrumente werden täglich am Vormittag von einem Virtuosen angespielt.

In einem schönen Hotel in Turin fanden die Reiselustigen gutes Quartier. Die Garage, drei Querstraßen vom Hotel entfernt, war ein großer Kellerraum. Er war zugestellt mit Personenwagen. Die Autos wurden von einem Zuständigen je nach Erfordernis eingeparkt oder rangiert. Dazu mussten die Autoschlüssel natürlich im Auto verbleiben.

Im Hotel freute man sich über das Zusammentreffen mit weiteren bekannten Ruderern aus Deutschland und Polen.

Christa und Wolfgang fanden sich am Abend in einem kleinen italienischen Restaurant, im ersten Stock, wo sie von einer dynamischen quirligen einheimischen Bedienung betreut wurden. Die Laune war bestens und, nachdem ein am Nachbartisch sitzender Italiener seine Deutschkenntnisse einbrachte, wurde der nette Abend noch lustiger. Ein Ober, der viel langsamer redete als die flotte junge Bedienung, die unglaublich schnell und zusammenhängend sprach, ohne Luft zu holen, wurde von Wolfgang gefragt, ob er deswegen weniger Geld verdiene. Es stellte sich heraus, dass er, ein Schotte, auch des Italienischen mächtig war. Er hatte Probleme, den deutschen Gruß „Auf Wiedersehen“ auszusprechen. Seine Kostproben ließen lauthals auflachen. Ihm konnte geholfen werden. Dafür sollte er der fröhlichen Runde seine Künste des Schottischen zum besten geben. Diese Urlaute waren unglaublich unverständlich.

Freitag:
Wegen Starkregens wurde die für den Samstag vorgesehene Kinderregatta abgesagt und die für den Sonntag angesetzte Silverskiffregatta auf den Sonnabend vorverlegt. Das brachte für viele gemeldete Teilnehmer, die von Ferne anreisen mussten, Terminschwierigkeiten mit sich.

Im Starkregen wurden die Boote von den MRSVlern ruderfertig gemacht. Roman und Christa ruderten ihre Boote zu einem Ruderverein am gegenüberliegenden Ufer, da Roman im Jahr davor etwa eine Stunde anstand, das Skiff auf der Schulter und beide Skulls in einer Hand, um an einen der beiden Stege zu gelangen. Dem wollten die beiden entgehen. Dieter und Ernst vertrauten dagegen darauf, dass sie ihre Boote bequem einsetzen können, da gemunkelt wurde, dass von den 600 Teilnehmern eventuell 150 wegen der unwägbaren Verhältnisse und der Terminänderung abgesagt hätten.

Die Sauna im neuen Wellnessbereich des Hotels lud am Abend zum Aufwärmen ein, die ebenfalls neuen Fitnessgeräte wurden auch benutzt.

Und dann kam der wundervolle Abend. Auf die Figur wurde gepfiffen. Ob Minestrone, Parmesankäse, Öl, gemischter Salat, Fisch, Hähnchen oder Nudeln, es war, als hätten die fünf MRSVler noch nie Köstlichkeiten dieser Art genossen. Es war zum Niederknien.

Samstag:
Weiterhin Starkregen. Turins Polizeipräsident hat das Rennen verboten. So haben Christa und Roman ihre Boote vom gegenüberliegenden Ruderverein, mit dem ein Liegeplatz vereinbart war, wieder zurückgerudert. Äste schwammen bereits im Wasser, aber Rudern war noch möglich, denn der Fluss war hier breit. Das waren vermutlich die teuersten zwei bis drei Kilometer, die je im MRSV im Ruderboot zurückgelegt wurden. Die Boote wurden wieder abgeriggert, verpackt und auf dem Hänger verstaut.

Ein Verwöhnabend, zu dem sich neben den üblichen Köstlichkeiten Grappa und Wein hinzugesellten, war ganz nach dem Geschmack der fröhlichen Gourmets. Wie gut Grappa und Wein die Geschmacksnerven kitzeln können, hörte man an den begeisterten Kommentaren und Wohllauten.

Sonntag:
Viele der angereisten Ruderer waren bereits auf dem Rückweg. Athleten aus Australien, Neuseeland, Polen usw. mussten unverrichteter Dinge wieder heimfahren. Auch der Weltmeister Mahe Drysdale und Emma Twigg waren unter den Gemeldeten.

Der Pegel des Pos ist innerhalb eines Tages um drei bis fünf Meter angestiegen. Man traute seinen Augen kaum. Eine braune Sturzflut, die Äste, Bäume, Sträucher zu Hauf mit sich führte, überspülte Stege und Wege. Die Terrasse des Rudervereins Cerea blieb vom Wasser noch verschont. Einige Brücken wurden für den Straßenverkehr gesperrt. Dieter entführte uns mit seinem Auto nach Alba, zum Trüffelmarkt. 80 Aussteller boten ihre Waren feil, darunter auch schwarze und weiße Trüffel. Kastaniengroße weiße Knollen wurden für einige hundert Euro angeboten. So wundert es nicht, dass für ein kleines Fleischgericht, das 7 Euro kostete, mit einigen Hobelspänen weißen Trüffels garniert, letztendlich 38 Euro zu zahlen waren.

Die Scheibenwischer standen auch auf der Rückfahrt nicht still.

Der Abschiedsabend verlief in gewohnter Weise.

Montag:
Dieter, Ernst und Roman waren bereits unterwegs, als sich Christa und Wolfgang zum Frühstück aufmachten. Ein Besuch beim Ruderverein Cerea zeigte die Schäden, die die Fluten angerichtet hatten. Die Terrasse war in der Nacht sogar überspült worden. Der Pegelstand des Po war nochmals um einen Meter gestiegen. Der Regen begleitete auf der Rückfahrt die Abreisenden. Erst nach Durchfahrt des San Bernadinotunnels besserte sich das Wetter. Es wurden sogar ein Sonnenstrahl und ein Stückchen blauer Himmel sichtbar.

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Datum: 18.11.2011 - Text: Wolfgang Perchermeier


Donau Flusstraining
15. bis 17. Juli 2011
Text: Ulf Kramer

Für mich ist dies die dritte Donaufahrt, oder wie Thomas Burkhardt immer sagt „Flusstraining“, und ich freue mich bereits Tage vorher riesig auf ein schönes Wochenende auf der Donau.

Dieses Mal befahren wir die Donau im Vergleich zu den beiden vorangegangenen Donau-Flusstrainings 2009 (Neuburg a.D./Regensburg) und 2010 (Vilshofen /Linz) einige Kilometer flussaufwärts, von Neu-Ulm über Lauingen bis nach Donauwörth. Ursprünglich war sogar bis Neuburg a. D. angedacht. Das haben wir aber auf Grund des für den Sonntag angesagte schlechtere Wetter gelassen – was sich letztendlich als gut herausgestelle.

Vier Boote sind es dieses Mal, auf die sich die 18 Teilnehmer verteilen: Mohrle, Haubentaucher, Nemo und Possenhofen. Alle Teilnehmer sind am Ende dieses Berichts aufgeführt.

Thomas Burkhardt hat auch diese Fahrt und Bootstour wieder minutiös durchgeplant und organisiert. Er eruierte und reservierte Zimmer in zwei netten Hotels und sorgte für Essen und Trinken für die beiden Mittagspausen und den Vorabendumtruck: Wein, Wasser, Saft, Wurst, Käse, Gemüse, Brot ... – kurz für alles war gesorgt, was das Rudererherz während eine Donauflusstrainingsmittagspause so begehrt. Wie wir erfuhren hatte Thomas die leckere, italienische Ware bei Spina, dem italienischen Feinkostgroßhändler Münchens im Euroindustriepark eingekauft. Also 1a Futter ;~)

Erlebnis Rudern
Foto Ulf Kramer

Anfahrt und Treffen (15. Juli 2011)
Da Neu-Ulm verkehrstechnisch über eine gute Anbindung verfügt, sind einige Teilnehmer auch per Zug angereist. Nach regem Email-Verkehr vorab, hatte sich eine Truppe um Angelika als Initiatorin gefunden, die mit dem Zug reiste. Eine weitere Gruppe kümmerte sich netterweise um das Abriggern und Aufladen der Boote im Verein und fuhr dann gemeinsam mit Thomas im Transporter nach Neu-Ulm. Jürgen, Vitaly und ich fuhren gemeinsam mit Jürgens Auto zunächst nach Lauingen, wo wir das Auto stehen ließen und uns Thomas und Marc mit dem Transporter abholten und mit nach Neu-Ulm nahmen.

Dort waren wir alle zusammen im „etwas anderen“ Hotel Römer-Villa untergebracht. Anders? Ja, weil das Hotel wie ein Schloss gebaut ist und jedes Zimmer unterschiedlich aufgemacht ist – zum Teil recht verwinkelt und unter anderem mit einem Kaminzimmer, in dem wir am späteren Abend noch ein paar Gläschen leckeren italienischen Wein genossen haben. Richtig nett. Der berühmte Architekt Hugo Häring (1882?1958) hat die Villa nach seiner Vorstellung eines Wasserschlosses 1919 in der Nachkriegszeit für den Fabrikanten Hans Römer als Privathaus entworfen.

Im Hotel angekommen bezogen wir unsere Zimmer und machten uns dann auf den Weg ins Zunfthaus der Schiffer, direkt in der Altstadt Ulms. Wir waren spät dran, und so waren die bereits anwesenden Sportskameraden schon beim Essen oder gerade fertig. Die Gaststätte war eigentlich nicht so voll – den Eindruck hatte ich zumindest – aber die zwei Damen in der Küche hatten wohl gut zu tun. Meine Wahl viel auf Katzagschroi auf der Holzschaufel – was ich für unsere Breiten als Tyroler G´röstl übersetzen würde. War lecker – die Holzschaufel half die Übersichtlichkeit der Portion etwas zu kaschieren ...

Nach soviel (oder wenig) Original schwäbischem Essen sollte es dann noch ein italienisches Eis sein. Habe nicht ganz mitbekommen, bei welchem berühmten Eisladen und wo, aber der Laden hatte eh schon dicht. Dafür haben wir das Hotel „Schiefes Haus“ entdeckt und gesehen. Sehr schön in der Altstadt gelegen, neigt es sich beharrlich in Richtung Stadtbach. Die Fenster hat man wieder „begradigt“;~)

Gerade als sich einigen von uns der Verdacht aufdrängte, dass hier im ca. 23:00 Uhr in Ulm schon die Gesteige hochgeklappt sind – da kam um die Ecke die Nachtbar, in der das Leben tobte. Die Gehsteige werden in Ulm also noch nicht um 23:00 Uhr hochgeklappt.

Ja, und dann wollten wir natürlich noch das Ulmer Münster sehen. Berühmt für seine Höhe und Anzahl Treppenstufen. Vitaly war schon mal oben. War wohl anstrengend (er als gedacht...).

Auf dem Weg vom Ulmer Münster zurück ins Hotel haben wir diesen Wahnsinns Legoladen/Spielzeugladen entdeckt, in dem man das berühmte „Ulmer Nabada“, eine Art Karnevalszug der am sogenannten Schwörmontag (18. Juli) auf der Donau in Ulm stattfindet, in Lego nachgebaut hat. Dabei war auch ein Vierer, der von vier Steuerfrauen/-männern mit Flüstertüten und von nur einem Ruderer gerudert wurde. Wer es genauer sehen will: Marc Bähner hat davon eine Nahaufnahme gemacht. Im Schaufenster des Ladens sah das dann so aus, wie man das hier auf dem Foto sehen kann. Im Hotel angekommen, nahmen wir dann, wie erwähnt, im Kaminzimmer des Hotels noch einen Absacker, Thomas teilte die Boote für den Samstag ein und dann wurde sich gegen 24:00 Uhr schlafen gelegt, um für den nächsten Tag fit zu sein.

Von Neu-Ulm nach Lauingen (16. Juli 2011)
Ich teilte mir mein Zimmer mit Jürgen, und er mag es, den Tag mit „Frühstücksfernsehen“ zu starten. Im Bayerischen Rundfunk würde Rückgymnastik vorgeführt: eine nette Trainerin in Pink und drei männliche Nachturner trainierten ihren Rücken. Und Jürgen und ich … schauten fasziniert zu.

Parallel wurden die Koffer wieder gepackt und Ersatzklamotten und was man sonst noch so auf der Tour brauchte, in einem Rucksack verstaut, um danach fertig umgezogen zum Frühstück zu gehen. Christiane war – wie am Vorabend bereits angekündigt – die Erste im Frühstücksraum. Der Rest der Truppe folgte und stärkte sich für die ersten 43 von insgesamt ca. 78 km die wir an den beiden Tagen auf der Donau verbrachten.

Unser Gepäck verstauten wir im Transporter, der auf dem Parkplatz des Ulmer Ruderclubs geparkt, und später am Abend von Jürgen und Thomas samt Bootshänger abgeholt wurde.

Im Ruderclub wurden die Boote vom Hänger genommen, aufgeriggert und für die Fahrt auf der Donau vorbereitet. Jeder nahm sich noch so viel zu trinken mit, wie er für notwendig hielt. Die Flaschen wurden mit dem eigenen Namen versehen, um Verwechselungen auszuschließen. Wir nutzen noch mal die letzte Gelegenheit, die sehr schönen Toiletten des brandneuen Clubgebäudes aufzusuchen. Der Vorstand des Ulmer RC kam vorbei, begrüßte und unterhielt sich mit uns. Dabei erfuhren wir, dass das wirklich wunderschöne, neue Vereinsgebäude erst seit März dieses Jahres steht. Und wir erfuhren auch, dass dieses architektonisch – wie ich finde – sehr gelungene Gebäude nur finanzierbar war, weil der Ulmer RC zum Leistungszentrum erkoren wurde und sich auch die Stadt Ulm an den Baukosten beteiligt hat.

Das es sich beim Ulmer RC um ein Leistungszentrum handelt, haben wir während dem Aufriggern und Klarmachen der Boote mitbekommen. Permanent strömten Jugendliche per Fahrrad und Rollerblades auf das Vereinsgelände ein, um dann Boote fürs Training klar zumachen und auf der Donau zu Wasser zu bringen.

Bei Kilometer 2586,3 ging es dann für uns los. Die Boote wurden eines nach dem anderen auf den Steg gebracht, die Lebensmittel und der Wein für die Mittagspause sowie die Rücksäcke in den Booten verstaut und starten wir. Bei strahlend schönen Wetter und angenehmen Temperaturen durchquerten wir zunächst Ulm; begleitet von einigen Booten des Ulmer RC, die diesen Morgen für das Training nutzen. Interessanter Weise oftmals im 8er oder 4er ohne Steuermann. Aber das Wasser war topp und es gibt auf diesem Teil der Donau auch keine Berufsschifffahrt, so dass alle Ruderer die Donau praktisch für sich haben.

Es ging vorbei am Ulmer Münster und dem Ulmer Volksfest bis hin zur ersten von insgesamt sieben Staustufen und Schleusen, die wir an diesem Tag passierten. Das heißt alle ca. 5 bis 7 Kilometer gab es eine Schleuse für uns. Anders als bei den großen Schleusen für die Berufsschifffahrt, die man nach Kehlheim erleben kann, sind diese Sportboot-Schleussen kleiner und man muss nicht warten, bis man als Ruderer die Schleuse mit den großen Schiffen gemeinsam nutzen darf. Es geht also insgesamt schneller, wobei man trotzdem pro Schleuse ca. 45 Minuten brauchte, um sie zu passieren. Die Schleusen waren für alle ein Erlebnis und jeder der wollte, konnte sich als Schleusenwärter betätigen, nach dem uns Thomas vorher noch eine Einweisung gegeben hatte.

Nach der ersten Staustufe gehörte uns die Donau praktisch komplett alleine. Die Ruderer des Ulmer RC kehrten vor der ersten Staustufe um. Noch vor Mittag überquerten wir bei Kilometer 2580,0 die Landesgrenze Baden-Württemberg – Bayern, um nach der vierten Staustufe in Günzburg bei Kilometer 2562,1 bei der Kanu-Abteilung des Vfl Günzburg für unsere Mittagspause anzulanden.

Sehr idyllisch gelegen, wurde das Vereinsgebäude gerade für eine am Abend stattfindende Geburtstagsparty vorbereitet. Der „Chef“ des Vereins kam zu uns, begrüßte uns recht herzlich und bot uns Bier aus dem Vereinseigenem Getränkeautomaten an. Was von einigen aus unserer Truppe gerne angenommen wurde.

Die Lebensmittel und der Wein wurden aus den Booten geholt, eine Decke ausgebreitet und schon fing Thomas und Eva an, die leckere Salami und Copa sowie verschiedene italienische Käsesorten aufzuschneiden. Dazu gab es Karotten, Gurken und Tomaten, die man sich auf leckeres Hofpfisterbrot packen konnte. Dazu ein gutes Glas weißen oder roten italienischen Wein – und die Mittagspause war geritzt. Nach einer guten Stunde Pause machten wir uns wieder auf den Weg und nahmen die nächsten drei Staustufen dieses Tages in Angriff. Dabei ist es immer so, dass es direkt nach der Staustufe immer schön viel Strömung hat, die dann immer mehr abnimmt, je mehr man sich der nächsten Staustufe nähert. So ab 1 km vor der Staustufe wird die Donau dann breiter – ähnlich wie in einer Flussmündung. Allerdings ohne jegliche Strömung, was dazu führt, dass sich im Wasser vermehrt Gras bildet, was ein Fortkommen mit den Booten schwierig macht. Bis zur letzten Staustufe war das kein Problem – aber dann: hier war soviel Gras auf dem Wasser, dass man richtig festsaß, wenn man dort versehentlich rein ruderte. So geschehen bei drei Booten, die dann richtig schwer arbeiten mussten, um dort wieder raus zukommen.

Nach der letzten Staustufe waren es dann noch ca. 2,5 km bis nach Lauingen, wo die erste Etappe unserer Donautour dann gegen 18:30 Uhr endete. Bei Kilometer 2543,2 legten wir beim Lauinger Ruder- und Surfclub Donau an, nahmen die Boote aus dem Wasser und legten sie auf dem Gelände des Ruderclubs ab.

Thomas und Jürgen fuhren dann nach Neu-Ulm, um den Transporter und Bootshänger zu holen und diesen beim Kanu-Club in Donauwörth abzustellen. Jürgens Auto blieb in Donauwörth zurück. Alle anderen gingen vom Lauinger Club zu Fuß durch die Lauinger Altstadt zum Hotel Kannenkeller.

Zunächst trafen sich alle im Biergarten des Hotels, um den schönen und erlebnisreichen Tag bei ein paar Bierchen revue passieren zu lassen. Es gab viel zu erzählen und dank des tollen Wetters hatten wir gemeinsam einen wunderschönen Tag auf der Donau verbracht. Danach machte man sich frisch fürs Abendessen, das um 21:00 Uhr losging.

Vielleicht schon etwas spät, denn es gab um diese Uhrzeit schon nicht mehr all zu viele Gäste und die jungen Bedienungen hat wohl schon einen längeren Tag hinter sich, denn es gab hier und da Verwechselungen mit dem Essen und bei manchem war das Gericht dann auch schon aus.

Aber – das Essen war sehr lecker und die Stimmung trotz allem sehr gut. So gut, dass sich Vitaly dazu hinreißen ließ, dem Wirt ein paar Gläser seines selbstgebrannten Schnapses abzuschwatzen – obwohl ihm eigentlich nach Champagner war. Mit dem guten Essen und dem Schnaps hatten wir dann auch die nötige Bettschwere erreicht.

Von Lauingen nach Donauwörth (17.Juli 2011)
Sonntagsfrühstück – ja, aber schon sehr zeitig. So gegen 08:00 kamen langsam einer nach dem anderen zum Frühstück, um sich für die zweite Etappe nach Donauwörth zu stärken. Nach dem Frühstück wurden die Boote eingeteilt und das Gepäck in den Transporter und Jürgens Auto geladen.

Thomas und Jürgen machten sich dann auf den Weg nach Donauwörth, um den Transporter samt Bootsanhänger dort beim Donauwörther Kanuclub abzustellen. Während dessen machte sich die Mannschaft zu Fuß auf den Weg zum Lauinger Ruder- und Surfclub, um die Boote wieder klar zu machen und zu Wasser zu lassen. Jürgen und Thomas kamen mit dem Transporter und den Getränken und Lebensmitteln für die Mittagspause zurück und los ging es – ab Kilometer 2543,2.

Leider war das Wetter nicht mehr so gut wie am gestrigen Tag. Aber es regnete nicht und das Wasser war ein Traum. Spiegelglatt war die Donau, und so glitten wir durchs Wasser und das einzige was man hörte waren die Vögel und das eintauchen unserer Blätter im Wasser. Nachdem wir gestern insgesamt sieben Staustufen zu passieren hatten, waren es heute nur noch drei. Wir konnten es also zunächst ruhig angehen lassen. Gegen 13:00 Uhr erreichten wir dann die letzte Staustufe dieser Donaufahrt – die Staustufe Donauwörth bei Kilometer 2512,5. Bevor wir die Boote durch die Schleuse fuhren, machten wir unsere Mittagspause. Während dessen zogen vom Westen her dicke Regenwolken auf und wir schauten zu, dass wir die Boote durch die Schleuse bekamen. Und dann fing es an zu regnen. Erst leicht und dann so richtig wie aus Eimern. Zum Glück waren es nur noch knappe drei Kilometer bis nach Donauwörth und der Einmündung der Wörnitz, über die wir ca. ein Kilometer flussaufwärts den Donauwörther Kanu-Club erreichen sollten.

Um in die Wörnitz zu gelangen, die von rechts kommend und kurz vor der Staatsstraßenbrücke St 2215 mit ziemlich höher Strömung in die Donau einmündete, mussten wir ein interessantes Manöver rudern, um sicher in den Flussarm zu gelangen: wir machten ca. 300 Meter vor der Einmündung der Wörnitz eine Wende und legten uns mit dem Bug flussaufwärts in die Donau, ließen uns abwärts treiben und fingen dann kurz vor der Einmündung wieder an zu rudern, um in die Wörnitz zu gelangen. Es klappte und wir hofften, dass unsere Kameraden das mit der Wende und dem reinrudern in die Wörnitz genauso gut hinbekamen. Es klappte bei allen Booten und so nahmen wir den letzten Kilometer bei strömendem Regen mit Vollgas, um möglichst schnell beim Kanu-Club anlanden zu können. Dort gab es bedingt durch die Form des Hafens etwas Stau, da es immer etwas Zeit in Anspruch nahm, ein Boot nach dem anderen aus dem Wasser zu holen. So mussten einige Kameraden noch länger im Regen ausharren, bis sie endlich an Land kamen.

Thomas und Jürgen machten sich sofort mit Jürgens Auto auf den Weg nach Lauingen, um dort den Transporter abzuholen. Während dessen wurden alle Boote abgeriggert und auf dem Bootsanhänger verstaut. Endlich konnten wir uns umziehen und trockene Kleidung anziehen. Wir waren alle bis auf die Knochen durchnässt und uns war richtig kalt geworden. Tja, und dann kam Thomas und Jürgen mit dem Transporter, es gab ein großes „Servus“ und „Schee wars“ , die Bahnfraktion wurde an den Donauwörther Bahnhof gebracht und es ging ab nach Hause. Am darauf folgenden Montagabend traf man sich dann im Verein, um die vier Boote wieder aufzuriggern.

Es war mal wieder ein sehr schönes und erlebnisreiches Wochenende auf der Donau und ich hoffe, dass wir so ein Flusstraining auch 2012 wieder durchführen.

Teilnehmer des Flusstrainings vom 15. bis 17. Juli 2011:
Vitaly Baziyan, Conny und Marc Bähner, Anette Berger, Thomas Burkhardt, Thomas Bör, Petra und Tobias Faulhaber, Arthur Hofer, Angelika Jahrens, Eva Keller, Ute Killgen, , Bianca Kölbl und Stefan Müller-Kölbl, Antje Kramer, Ulf Kramer Jürgen Kreile, Christiane Liebchen, Anne Wachsmann.

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Datum: 18.11.2011 - Text: Ulf Kramer