Münchener Ruder- und Segelverein "Bayern" von 1910 e.V.
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Im Angesicht des Auerochsen - Ein beeindruckendes Erlebnis auf dem Staffelsee
Bericht vom 08. Juli 2011

Im Angesicht des Auerochsen
Ausflug zum Staffelsee - Foto © 2011 Wolfgang Pauli

Es war Samstag, der 02.Juli 2011 abends um 20.30 Uhr. Im Tutzinger Hof, in Starnberg gelegen, ließ eine kleine Gesellschaft des MRSV den schönen Tag nochmals an sich vorüberziehen: Früh am Morgen wurden die interessierten Ruderanfänger, die am Rennen "Rudern gegen Krebs und Infarkt" mitrudern wollten, geschult. Danach wurden hurtig vier Vierer abgeriggert und auf den Bootsanhänger geladen. Tom, der den Bootstransport zum Staffelsee fuhr, hatte noch einige Mitruderer im Bus.

Im Angesicht des Auerochsen
Ausflug zum Staffelsee - Foto © 2011 Irmgard v. Oerthel

Kaum auf der Autobahn angekommen, stand er im Stau. Ein kleines Auto ist vermutlich an die Leitplanke gekommen und hatte sich gedreht. Der Staffelsee empfing die 19 Wanderruderer mit Tröpfelregen. Wolfgang Pauli half, wie auch alle anderen, kräftig mit, die Boote ruderfertig zu machen. Plötzlich stand er aber im feinen Zwirn da, legte sein schalkhaftes Grinsen auf und verkündete: "Ich fahre heute nicht mit!" Alle waren außer Takt. Ja, was ist denn nun los? Wolfgang hat einen Zwillingsbruder, der ihm täuschend ähnlich sieht. Das muss man wirklich mal erlebt haben, man glaubt es sonst nicht.

Im Angesicht des Auerochsen
Ausflug zum Staffelsee - Foto © 2011 Irmgard v. Oerthel

Frau Frisch, Christianes Mutter und einige weitere Damen bestiegen ein Motorboot und luden große Kisten und Getränke ein. Der Regen begleitete sie die ganze Fahrt über. Die Ruderwilligen warteten die Husche ab. Dann aber fuhren sie endlich los. Etwas ganz Ungeheures wartete nämlich auf sie. Tom kannte sich aus und geleitete die Boote an zwei hübschen Inseln vorbei. Die dritte Insel sollten sie betreten. Man wurde bereits erwartet. Etwa ebenso viele Rindviecher wie Ruderer standen auf einer großen Wiese. Aber halt – da ist doch irgendetwas anders? Walter Frisch, der Auerochsen zurückzüchtet, erklärte seine 20 Jahre alten Zuchtergebnisse. Alle Sportler standen auf der Wiese, weitab von der urtümlichen Herde, die in 400 Metern Entfernung graste. Die Viecher sind neugierig. Ist doch verständlich; kein TV, Shopping, Sightseeing oder Urlaub. Nur Gras fressen, wiederkäuen und schlafen, das ödet.

Im Angesicht des Auerochsen
Ausflug zum Staffelsee - Foto © 2011 Irmgard v. Oerthel

Waren es 10 Meter oder doch 15? Die riesigen Geweihträger grasten sich an die anderen langsam heran. Walter trat im letzten Moment als der Retter auf. So ein Gehörn ist vielleicht so breit wie ein Achter? Nein, viel breiter! Und zwei Kälbchen waren dabei. Also Vorsicht! Und die Jungbullen, die sind ja wie Halbstarke, die wollen ihre Kraft überall ausprobieren. Also doppelte Vorsicht!! Walter erzählte sehr spannende Geschichten und Erlebnisse mit und von diesen Tieren und beantwortete sehr viele Fragen.

Im Angesicht des Auerochsen
Ausflug zum Staffelsee - Foto © 2011 Irmgard v. Oerthel

Auf einem ganz anderen Teil der Insel wurden alle für ihre Tapferkeit mit Schmankerln belohnt. Alles war zum Besten, bis plötzlich, wie aus dem Nichts, zwei Wasserwachtleute auftauchten und die Verantwortlichen baten, zu den Booten zu kommen. Was ist denn nur passiert? Keine Antwort. Tom und Walter unterbrachen also das Festmahl. Nach einer Weile der Ungewissheit ertönten der Ruf: "Wolfgang Perchermeier und Dieter Kluth sofort zum Boot!!!"

Im Angesicht des Auerochsen
Ausflug zum Staffelsee - Foto © 2011 Irmgard v. Oerthel

Zwei Polizisten empfingen diese beiden. Deutlich waren die Pistolen und Handschellen zu sehen. War das Gehörn der Urviecher schon imponierend, diese Accessoires waren es ebenfalls. Ob jemand der beiden von fremden Leuten etwas in ihr Boot gepackt hätten, quasi bewusst etwas gestohlen hätten? Natürlich nicht. Also kann nur ein Kamerad gemeint haben, die dort liegenden Sachen wird jemand aus der Rudererschar vergessen haben und hat diese deshalb in das Boot gepackt. Die Besitzerin dieser Sachen hat die Polizei um Hilfe gebeten, denn sie wollte ihr Eigentum zurückbekommen. Polizei und Wasserwacht fuhren mit dem Motorboot wieder weg, nachdem sie die Adresse von Tom notiert hatten und er der Dame und ihren Kindern eine kostenlose kleine Ruderausbildung angeboten hat.

Es graupelte mal, dann zeigte sich vorsichtig wieder die liebe Sonne, dann schaute Donar vom Himmel herab und so waren die Boote bald auch innen mit vielen Regentropfen angereichert. Sieben Inseln galt es anzusehen. Über eine Web-Cam, die an einer Scheune montiert ist, erhielt Christiane viele Rudergrüße. Dann erfolgte das Übliche, nämlich Boote abriggern, in den MRSV fahren, Boote aufriggern und startklar für den nächsten Tag in die Halle legen, denn am Sonntag früh begannen die Rennen "Rudern gegen Krebs und Infarkt".

Datum: 08.07.2011 - Text: Wolfgang Perchermeier