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Regattaanlage München zum Qualifizierten Landesstützpunkt ernannt

Pressemitteilung des Bayerischen Ruderverbands vom 9.5.2019

Mit dem Charme von 1972 in die Bayerische Ruderzukunft

Großer Bahnhof mit Bayerns Innenminister Joachim Herrmann für den Qualifizierten Landesstützpunkt in München. Bekenntnis zur Modernisierung der Olympia-Regattastrecke von 1972

Da musste selbst Bayerns Innen- und Sportminister Joachim Herrmann schmunzeln: „Es gibt kaum eine Olympiaanlage von 1972, die so unverändert ausschaut wie diese. Das ist charmant, aber es ist an der Zeit, dass sich hier etwas ändert“, sagte er zum Empfang für die Erhebung zum „Qualifizierten Landestützpunkt“. Die Ruderer haben das längst begriffen und ändern etwas: Der DRV hat die Münchner Olympia-Regattaanlage von 1972 deshalb auf Antrag des Bayerischen Ruderverbands zum „Qualifizierten Landestützpunkt“ ernannt. Das wurde parallel zu den Internationalen Juniorenmeisterschaften in München gefeiert. Neben Joachim Herrmann kam zahlreiche Prominenz zu diesem denkwürdigen Empfang.

Enthüllung Stützpunkttafel - von links: Jörg Ammon BLSV Präsident, Sportminister Joachim Herrmann, BRV Präsident Thomas Stamm, DRV Vorsitzender Wettkampf Rolf Warnke, Vertreter der Stadt München StR Thomas Ranft

Außer München hat der DRV vier weitere Landesstützpunkte ernannt: Ulm, Krefeld, Leipzig und Halle. „Für uns in Bayern ist das ein ganz wichtiger Schritt, dass der Standort München im Zuge der Strukturreform des DRV zum Qualifizierten Landesstützpunkt ernannt wurde“, erläutert Thomas Stamm, Präsident des Bayerischen Ruderverbands. Es sei nun wichtig, hier eine Stützpunktrainerstelle zu etablieren und den Landesstützpunkt für den Rudernachwuchs und den Leistungssport mit Leben zu füllen. Diese Ernennung sei ein „Ansporn, unseren bayerischen Weg konsequent weiterzugehen.“ Stamm: „Dabei behalten wir unser Ziel fest im Auge, dass München auch ein Bundesstützpunkt wird. Denn für den Rudersport in Bayern ist dieser Standort elementar wichtig.“

Der Standort München braucht aber zwei Stützpfeiler: Den Leistungssport, in dessen Windschatten der Breitensport lebt, und eine modernisierte Regattastrecke. Seit Jahren schiebt der Münchner Stadtrat die Entscheidung vor sich her und mahnt eine finanzielle Beteiligung des Freistaats Bayern an. Von einem „mittleren zweistelligen Millionenbetrag“ ist die Rede. Im vorigen Sommer wurde die Anlage sogar unter Denkmalschutz gestellt. Damit waren alle bisherigen Neubaupläne mit einem Schlag Makulatur.

Gespräche - Staatsminister Joachim Herrmann und BRV Präsident Thomas Stamm im Austausch.

Herrmann: Keine Angst vor dem Denkmalschutz

Beim Empfang für den Landestützpunkt bekannte sich Innenminister Joachim Herrmann zum Fortbestand der Olympia- Regattaanlage: „Es soll keiner fürchten, weil sie unter Denkmalschutz gestellt wurde, kann man hier nichts mehr machen.“ Er machte deutlich, dass sich der Freistaat an der Sanierung beteiligen werde, wie er es auch bei der alten 72iger Olympia-Kanustrecke in Augsburg gemacht hat. Herrmann: „Ich freue mich riesig, dass die Anlage zum Qualifizierten Landestützpunkt erhoben wurde. Glückwunsch zu der herausragenden Auszeichnung. Das ist ein Anfang.“

Spitzeathleten auf historischer Boden - von links: Johann Färber (Olympiasieger 1972, Weltmeister, Europameister) Dr. Thea Straube (Olympia 1976 Bronze in Montreal, olympische Premiere Frauenrudern), Joachim Herrmann Sportminister, Oliver Zeidler (World Cup Gesamtsieger 2018 und Deutscher Meister 2019 im Einer).

Mit dem Prädikat "Qualifizierter Landesstützpunkt" setze der Deutsche Ruderverband ein „wichtiges Zeichen zur Förderung des Nachwuchsleistungssports im Sportland Bayern". Das werde der Entwicklung des Rudersports in Bayern „zusätzlichen Schwung verleihen“. Die idealen Trainingsbedingungen auf der Münchner Anlage böten einen „wichtigen Grundpfeiler, um erfolgreiche Nachwuchsleistungssportlerinnen und -sportler aufzubauen.

Regatta München will World Cups ausrichten

Die European Championships 2022 sind die nächste Gelegenheit, Spitzensport an die Regattastrecke zu bringen. Die Stadt München hat sich darum beworben. Der Verein Regatta München hat noch mehr im Blick. Er bewirbt sich um die Ausrichtung der European Rowing Junior Championships 2021, die World Rowing Masters Regatta 2022 und um den World Rowing Cup 2023 und 2024. „Auf die Anlage gehören einfach regelmäßig hochkarätig besetzte, internationale Elitesportveranstaltungen“, sagt Oliver Bettzieche, Vorstandsvorsitzender von Regatta München e.V. „Fast 50 Jahre nach den Olympischen Spielen von 1972 ist es Zeit, wieder mutig zu sein und mehr zu wollen: Die Strecke gehört definitiv nicht zum alten Eisen. Sowohl die FISA als auch die internationale Rudergemeinde schätzt die fairen Bedingungen auf der Anlage.“

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Text und Fotos: Willi Bock