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Rudertour auf der Havel

10.5. - 13.5.2018

 

Wieder einmal war Berlin unser Revier, wenn auch dieses Mal im eher weiteren Sinne: Potsdam wurde unser Standort!

Nach individueller Anreise (und Vorbereitung) am Vortag trafen wir uns einigermaßen pünktlich und bedingt ruderfertig in Tegel Ort, um dort – wie schon vor einigen Jahren – Boote zu leihen. Obwohl dem einen das Frühstück fehlte und die andere noch am Abendessen vom Vortag kaute, waren wir nach einigem Palaver rund um Boote, Gepäck und die Mittagspause doch erstaunlich zeitig auf dem Wasser und dann auch schon an der wohlbekannten Lore an der Spandauer Zitadelle um flussabwärts (oder aufwärts?) zu schleusen.

Trotz Feiertagssternfahrt war wenig los, so dass wir auch hier zügig voran kamen und auf der Havel zur Ruder Union Arkona an der Scharfen Lanke fuhren. Für uns war das die Mittagspause, für viele andere Ziel ihrer Sternfahrt und wie das eben so ist bei gut besuchten Zielen gab es Gedränge ... am „Parkplatz“.

  

Doch wir wollten weiter, immer weiter... zum RK am Wannsee mit der bekannt schönen Terrasse und dem Wirt Berliner Prägung (auch bekannt!).

Viele gemütliche Kilometer später, von unseren Booten zur Gemächlichkeit „gezwungen“ und teils mit dem Feiertagsverkehr hadernd war die Etappe dann geschafft und wir konnten die Boote das erste Mal an Land bringen, unseren „Gepäcktransport-Kurier-Tippgeber-und-Verköstigung-“ kurz: Friesendienst wieder begrüßen und uns auf den Landweg nach Potsdam machen. Denn auch dort wartete noch Programm auf uns: ein Stadtrundgang mit sehr kundiger Führung und wenngleich es dem einen und der anderen auch etwas lang wurde – beim Essen waren zum Schluss doch alle versöhnt.

Der nächste Tag brachte die Strecke nach Werder, für keinen von uns bekanntes Revier, so dass wir hier sehr auf das Kartenmaterial und gute Tipps angewiesen waren. Kleiner Wannsee, Griebnitzsee, Babelsberger Enge und Mittagspause auf der Freundschaftsinsel. Dann weiter an der Potsdamer Innenstadt vorbei über den Templiner See nach Caputh, wo wir zu einer weiteren Pause bei einer Ralle, nein, einem Fischer anlegten, die uns nach erstem Fremdeln stolz ihren gehüteten Besitz zeigten (die Ralle - links) und davon auch anboten (der Fischer - rechts).

  

Doch wir wollten weiter... im Wentorfgraben (flach, eng, verwunschen) reifte die Erkenntnis: geht doch nix über eine Mannschaft, die Kommandos beherrscht und auch weiß, dass Steuerbord „das andere Backbord“ ist!

Danach noch ein kurzes, nur ein vergleichsweise winziges Stück bis nach Werder, wo wir die Boote ablegen konnten und der Tag endete wie er enden musste: mit dem Weg in ein Restaurant und einem guten Ausblick – kulinarischer Art 😉

  

Galt es danach noch die Fragen zu klären, wer am anderen Tag den Schlonk macht und wie weit es noch sei, war das aber nur eher am Rande zu bemerken und die kleine Hausmusik unseres Gastgebers doch deutlich interessanter.

Die Bedingungen wirkten sich auf das Verhalten der Mannschaft aus und so galt ab Tag 3: je länger die Tour desto später bzw. kürzer das Frühstück, denn die Abfahrtszeiten waren einzuhalten, denn täglich droht der Wetterdienst (mit Gewitter)!

Also auf den Weg gemacht, von Werder allerdings nicht auf der Havel (so dass wir den Göttinsee verpassten – schade, auch wenn wir sicher erst hätten ausdiskutieren wollen, welcher anwesenden Bootsgöttin er gewidmet ist), sondern über Wublitz und Schlänitzsee zu Schloß Marquart. Die ganze Strecke, so nah bei Berlin, schien mir wie aus der Zeit gefallen. Die Seen obwohl intensiv von Fischern genutzt außer uns fast Bootsfrei, an den Ufern kleine Zelte von Wochenendausflüglern und viele, viele Vögel: die Mannschaft im anderen Boot sprach davon, ein permanentes Schnattern gehört zu haben…

Ab Marquart hatte die Idylle ein Ende und wir mussten uns bis zum Ende der Tour die Strecke wieder mit der Berufsschifffahrt teilen.
Es könnten hier weitere Haltepunkte aufgezählt werden wie z.B. die Meierei in Potsdam, die - wie der Name nicht vermuten lässt - das hauseigene Bier anbietet, aber besonders bedanken möchte ich mich bei unseren Gastgebern am letzten Stopp, Grit und Jürgen vom RC Friesen Spandau. Auch hier waren wir willkommen und konnten den Abend mit vollen Zügen genießen. Am Ziel der tagesabschließenden Taxifahrt holte unser Chauffeur dann auch tief (frische) Luft.

Am letzten Tag folgte die kürzeste Ruderstrecke, denn die meisten von uns wollten oder mussten am gleichen Tage wieder gen Süden - was wetter- und verkehrsbedingt deutlich länger dauerte – aber Hauptsache: alle wieder heil daheim mit vielen tollen Eindrücken und noch mehr Ideen für eine weitere Tour auf Brandenburger Gewässern!

Mein Dank gilt insbesondere den Organisatoren der Tour und unseren diversen Gastgebern in Tegel, am Wannsee, in Werder und Spandau!

Gerrit Seehase