O-Jolle Alpenseemeisterschaft 2021

O-Jollen Alpenseemeisterschaft 2021

18. und 19. September 2021 beim MRSV

Münchener Ruder- und Segelverein "Bayern" von 1910 e.V.

 

Ausdrücklich erbetene aber verspätete Zusammenfassung

Zuerst die Entschuldigung, dass der Bericht erst fast ein Monat nach der Veranstaltung geschrieben wird, und dann gleich die Erklärung, weshalb Ihr schon wieder von mir lesen müsst. Wolf Rüdiger wünschte es sich und – so viel sei vorweggenommen – aufgrund seines erfolgreichen Engagements und das seiner Vereinskollegen, dass wir uns in Starnberg wohl fühlen, wäre es pure Unhöflichkeit, diesem Wunsch nicht zu entsprechen.

 

Aber jetzt der Reihe nach:

Getreu dem Motto „Nach der der Regatta ist vor der Regatta“ begann die beim MSRV bereits am Sonntag zuvor in Utting als Wolf Rüdiger gefragt wurde, ob Schiffe schon heute zu ihnen gebracht werden können. „Na ja, wir haben nicht viel Platz.“

Samstag darauf wussten alle, er hat nicht übertrieben. Interessant und spannend zugleich ist, wie die offensichtlich geübten MSRV-ler ihre Autos parken. Das System erinnert an das legendäre Tetris-Spiel, wobei hier Wohnmobile, PKWs und Motorroller unterschiedlichster Größe mit ungefähr 15 bis 20 Zentimeter Luft rundherum fein säuberlich zwischen Schranke und Absperrband zur Bootsliegewiese eingepasst werden. Wer nun glaubt, dass es dabei zu Wirbel oder Streitereien kommt, irrt. Nicht einmal wenn wer von ganz weit vorne überraschend weg fahren möchte. Respekt!

Nach doch einiger Auf-Wind-Wartezeit liefen 11 Dyas (zeitgleich fand hier ihr „Wiesn-Humpen“ statt, obwohl „heia z’ Minga koa Wiesn is“!) und 20 O-Jollen aus, um dem Abendlüfter 2 Wettfahrten abzuringen. Das gelang, wenn auch mühsam. Das Stegbier danach war Belohnung für die Ausdauer und Trost für die Frühstarter.

Ausgerechnet unseren Winni hat es auch erwischt. Da ist er beim Start einmal in der Nähe der Linie und dann auf deren falscher Seite … immerhin mit zwei Prominenten.

Anschließend ging es zum Abendessen und damit zur nächsten Besonderheit. Der Wirt vom Club ist „ein Chinese“ und das Essen dementsprechend betitelt und durchnummeriert. Jürgens Empfehlung „Nummer 13 - Besoffene Ente“ war gut, der Vogel g‘schmackig und die Portion reichlich; die Gerichte der anderen schienen hörbar auch zu schmecken.

Sonntag Früh schon wieder ein High-Light: junge, attraktive Ruderinnen jagen auf spiegelndem Wasser im Sonnenaufganggegenlicht Nebelschwaden … beinahe kitschig, aber schön.

Etwas später doch Auslaufen bei aufkommendem Wind, aber nicht aus der Richtung der prognostizierten herannahenden Schlechtwetterfront. Die Starts, drei an der Zahl, verliefen enttäuschungsfrei, dafür waren die Kreuzen nur was für starke Nerven, und bergab für die ohne. Die weniger Selbstbewussten im Feld wurden jedes Mal abgeworfen und sammelten sich hinten; die guten Segler kamen mit dem unsteten, scharfböigen „Nordwestostwestnord“ fast immer besser zurecht. Drei Races später waren trotzdem der und die Besten vorne!

Dem gewohnt gemeinschaftlichen Slippen folgte individuelles Zusammenpacken, unterbrochen von einer „Prost-Majestäts-Runde“ von Frank für (uns) alle hinter ihm platzierten „Jungs“. Nicht nur deshalb ein würdiger Alpenmeister.

Bei der Siegerehrung danach bekam wirklich jeder was. Die Teilnehmer Erinnerungstrinkflasche und Muffinkostprobe, Wettfahrtleitung und Organisation im Gegenzug Applaus.

Abreise - trotz Slalom mit Hänger zwischen den noch im Tertrisverbund Parkenden – rasch und unaufgeregt; dann Starnberg, Wolfratshausen, A8 und A1 ebenfalls ohne nennenswerte Zwischenfälle.

Doch bei der Abfahrt Salzburg-Nord Richtung Lengfelden und fast schon zu Hause:

Michael Gubi (der Finn-Masta) neben mir. „Wo woarst denn?“, die Frage durch’s Handy.

„Starnberger See, oben!“

„Ahhh, Dreher um 100 Grad, bei 0 bis 4 Beaufort!“

Vielleicht sollte ich doch öfter Mal www.bessersegeln.at aufsuchen?

 

 

Andreas Knittel, AUT 104

Mattsee am 13. Oktober 2021