Münchener Ruder- und Segelverein "Bayern" von 1910 e.V.
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Muskelkater – jetzt auch in Flaschen
Bericht vom 16. September 2015

Muskelkater – jetzt auch in Flaschen

Wieder einmal war eine See-Umrundung geplant: beworben als "romantische Seerundfahrt".

Der Romantikteil – direkt gekoppelt an den Vollmond – erforderte einen späten Start. Bei dem nicht nur angekündigten sondern auch wahrlich grandiosen Wetter war mit einer ausgesprochen anstrengenden Tour zu rechnen: für Ruderer wie Steuerleute.

Beim Durchzählen der Gruppe stellen wir fest, es werden zwei 4-er und das Mohrle auf den See gehen.

Gesucht werden drei Freiwillige für unser Klinkerboot. Nach kurzer Rechnung steht für mich fest: mit dem Mohrle kommt man entspannter zum Ziel und schon bin ich dabei und steige mit zwei weiteren Damen ins Boot. Mein Büro-geplagter Rücken wird’s mir danken.

Auf dem See ist bei dem wunderbaren Wetter "mehr los als auf dem Stachus". An der Roseninsel bin ich dann sogar vom Steuern verschwitzt: Segler, Stand-Up Paddler, Motorboote aus allen Richtungen – außer… von oben! Ein erster Wechsel an der Roseninsel. Unseren ersten "echten" Halt wollen wir im Tutzinger RV einlegen und im Südbad auf eine Kleinigkeit einkehren.

Unser Nachfahre meldet sich: "Wo seid Ihr denn?" Er hatte bei seiner Planung Samstag und Sonntag verwechselt, wurde telefonisch im letzten Moment vom Rennrad geholt und per Auto zum Südbad beordert, wo er nun ausgeruht - und offensichtlich ungeduldig - steht und auf uns wartet.

Er sollte also noch frisch sein, redet dann aber wirres Zeug von einem großzügigen Buffet. Nach 12 Kilometern steht mir der Sinn weniger nach Fata Morgana denn nach kaltem Getränk und etwas zu Essen: schnell weiter!

Am Steg vom Tutzinger RV ist das Boot schnell angebunden, dann steht dem Snack im Südbad auch nichts mehr im Weg… außer dem Buffet.

Muskelkater – jetzt auch in Flaschen

Der lokale Tagesdienst hatte ein wunderbares Buffet aufgebaut, mit kalten Getränken, warmen Speisen und allerlei schmackhaften Kleinigkeiten. Und so verzichten wir gern auf den Kiosk im Südbad und ich genieße die Zeit - im Schatten und wunderbar… ausgestreckt.

Von Tutzing aus geht es weiter nach Süden. Die Frage, wie weit wir die Bucht nach Süden ausfahren (oder doch besser gleich quer rüber nach Buchscharn), ist schnell beantwortet: nix mit quer rüber, es geht ziemlich direkt nach Süden.

Wieder empfinde ich das Steuern als anstrengend: neben den wie üblich eigenwillig agierenden Seglern, den Stand-Up Paddlern und diversen Schwimmern sind im Süden auch noch Surfer unterwegs. Irgendwie… kann ich hier noch nicht einmal darauf vertrauen, dass bei Ansteuern des Hecks diese weg sind, wenn wir kommen. Hin und wieder steigt einer ungeplant vom Brett und wir müssen noch weiter und im Zick-Zack drum herum fahren. Naja, die Aussicht auf den Strand und eine ausgiebige Kaffeepause in Buchscharn lässt einiges aushalten.

Das mit der Kaffeepause klappt nur bedingt und so beschließen wir, unseren Abend daheim, im Casino zu verbringen. Also schnell bei Katharina erfragen, wie lange wir mit Galanis rechnen können und… die Pause abgebrochen, ein paar Kilometer liegen ja noch vor uns.

Als die Dämmerung beginnt, haben wir dann auch Licht am Boot: zum Glück sind wir da schon in Leoni und von da geht’s dann direkt auf die Undosa Lichtspiele zu.

Muskelkater – jetzt auch in Flaschen

Irgendwo dort muss auch unser Steg sein. Dann irgendwann – das Casino taucht auf. Ich hätte nicht gedacht, dass ich mal so froh darüber sein würde: selten habe ich mich nach so viel Bewegung so steif gefühlt. Deshalb ist die erste Aktion nach dem Aussteigen mich wirklich aufrecht zu stellen. Dabei fällt mir ein: was unterscheidet den Menschen vom Affen???

Muskelkater – jetzt auch in Flaschen

Egal, schnell aufgeräumt und dann zum Essen. Da werden die Fahrtendaten schnell diskutiert und… na kein Wunder, dass mir alles schmerzt: bei 10 Höhenmetern! Da bekommt der Ausdruck den "See rauf und runter fahren" doch gleich noch mal eine andere Bedeutung.

Nach einem wunderbaren Tag falle ich zu Haus müde in die Kissen.

Am anderen Morgen dann schaue ich auf mein Handy. Mein Mann fragt per SMS aus seinem Wochenende: "Soll ich ein paar Flaschen Muskelkater mitbringen?" Mein erster Gedanke: "Nicht nötig! Ich hab schon!" Ein zweiter Blick klärt die Verwirrung - der Muskateller ist wunderbar und mein Büro-geplagter Rücken hat sich inzwischen auch wieder erholt.

Datum: 16.09.2015 - Text und Fotos: Gerrit-Imme Seehase (GIS)