Münchener Ruder- und Segelverein "Bayern" von 1910 e.V.
MRSV

Aktuelles

Auf dem Main mit Domina
Bericht vom 07. Juni 2014

Tag 1:
Nach durch(-ge-)standener Anfahrt (auf der A9) und kurzer Nacht im Hotel sind wir schon um kurz nach 9 bei der Bamberger RG, laden ab und riggern auf.

Auf dem Main mit Domina

Um 10 sind wir auf der Regnitz, unser Landdienst verabschiedet sich; wir werden uns erst wieder zur Mittagspause sehen.

Unser Schleuser gibt uns noch mit, dass wir nach der fünften Brücke auf ihn warten sollen, er würde pfeifen, sobald wir schleusen könnten.

Nach kurzer Strecke auf der Regnitz passieren wir auf unserem Weg zum Main Schleuse 100 im Ludwig-Donau-Main-Kanal und bevor dieser wieder in die Regnitz mündet dann auch das Alte Rathaus. Immerhin haben wir durch den Kanal das „White Water“ am Rathaus umschifft.

Nach Brücke 5d warten wir auf unseren Schleuser und einen Touristendampfer, dem wir die Vorfahrt lassen müssen. So warten wir im Regen, es ist kalt und windig und wir beneiden Musch um ihren trockenen Platz im Vereinsbus.

Dann, der erhoffte Pfiff und wir kommen durch Schleuse und Rhein-Main-Donau-Kanal endlich auf den Main.

Es regnet weiter, alle sind durchgefroren, die Mittagspause findet als feuchtes Picknick statt. Am Platz stehen Tourismusschilder über das „Wasserwandern auf dem Main“. Bei schönem Wetter sicher eine reizvolle Angelegenheit, aber bei Regen - und sei er noch so leicht, naja … wir fahren weiter. Plötzlich ein „Haus“ auf dem Main, beim Näherkommen sehen wir, es ist ein Schubverband, der uns in einer Kurve entgegenkommt und die ganze Breite beansprucht. Wir drücken uns unter Land und auch der Verband nimmt Schub weg. Wir passieren einander und sind froh, dass wir mit einem Schrecken davon kommen.

Die Schleusen passieren wir mit und hinter diversen Fracht- und Touristenschiffen. Die Bootsschleusen, die uns so manches Warten auf Schiffe ersparen würden, sind zu unserem Bedauern gesperrt.

Dann – endlich – nach reichlich Strecke: Obertheres, unser erstes Ziel. Etwas Warmes braucht der Mensch.

Tag 2:
Musch übernimmt wieder den Landdienst und fährt uns – als hätte sie nie etwas anderes als den Bus gefahren – wieder an den Main.

Immerhin, der Tag beginnt trocken, aber wolkenverhangen und windig. Es bleibt - zumindest für die Steuerleute – kalt. Der Main wird breiter, die Landschaft wird lieblicher, wir fahren im Windschatten des Uferbewuchses – so vermeiden wir den Wind. Erste Weinberge liegen am Ufer und nach einiger Strecke erreichen wir Schweinfurt, wo wir am Ruder-Club Franken rasten. Bewirtung ist nicht zu bekommen, so bleibt auch heute die Küche kalt und wir picknicken.

Nach der Pause geht es weiter, ich verpacke mich dick – will ich doch nicht weiter frieren – und kaum sind wir wieder unterwegs reißt der Himmel auf. Sonne. Endlich! Unsere erste Bootsschleuse passieren wir kurz nach dem Start und stellen fest: unsere Boote müssen durch die Besatzung einzeln selbst geschleust werden, das kostet Zeit und das Schleusen an sich - wegen der Größe der Kammer – uns einiges an Nerven. Vielleicht wäre eine „normale“ Schleuse doch nicht so schlecht?! Immerhin dienen wir mit unserem Manöver einem Vater-Sohn-Gespann als anschauliches Beispiel zur Funktion von Schleusen.

An der nächsten Staustufe, auch hier eine Bootsschleuse, beschließen wir wenigstens eines der Boote leer zu schleusen, das Umtragen erscheint uns zur Vermeidung der Schleusenwackelei dann doch zu mühsam. Wieder gut in Schwung und inzwischen etwas weniger dick verpackt geht es weiter und wir sehen beim Ausfahren, dass drei weitere Ruderboote durch die Schiffsschleuse fahren durften. Na, wenn wir aufpassen, schaffen wir die letzte der heutigen Schleusen vielleicht zusammen?!

Unterwegs überholt uns ein Riemen-4er, wo sind die anderen beiden Boote geblieben? Egal, hinterher, damit wir bei der Schleuse Wipfeld durch die Schiffsschleuse fahren können. Dort holen wir die Riemenruderer ein, Musch steht fröhlich winkend am Ufer, der Begleitfahrer des anderen Vereins fragt uns, ob wir die beiden anderen Boote seines Vereins irgendwo gesehen haben. Nein, wir haben nichts gesehen sondern nur die Schleuse im Blick und machen dort mit unserem Boot steuerbords fest. Kurz bevor die Schleuse öffnet, vermisst unser zweites Boot die Schleusenbreite und fährt durch das zusätzliche Ruder-Manöver – anders als wir, ich habe das Rotlicht wegen unserer Lage nicht sehen können – brav erst bei grün aus. Vor lauter Schwung beim Ausfahren, rudern wir fast am Tagesziel vorbei. Also noch einmal zurück, wir heben die Boote aus und haben es geschafft.

Es ist wieder spät geworden, zu spät für eine Weinprobe. Die Idee, die dritte Tagesetappe zu verkürzen wird geboren und diskutiert. Na schaun wir mal, was der nächste Tag so bringen mag.

Tag 3:
Vormittags rudern wir nach Geschlechtern getrennt, Arthur hat den Landdienst übernommen und wir vermuten, er wird die Madonna im Weinberg besuchen!

An der Schleuse in Gerlachshausen erfährt Thomas, dass wir die Bootsschleuse benutzen MÜSSEN. Einerseits lästig – vor der Bootsschleuse lungern mehrere Kanus mit reichlich alkoholisierten Burschen, ein Boot wird von Jutta auf die hinteren Plätze der Warteschlange verwiesen – andererseits aber auch schön, fahren wir so die Volkacher Schleife aus.

Hier beschließen wir die Boote um die Schleuse zu tragen und sind damit Beispiel für weitere uns Nachfolgende. Ein anstrengendes aber im Vergleich mit der Schleusung schnelles und vor allem Gehör- und Nerven-schonendes Manöver. Dann – wieder auf dem Wasser – hoffen wir auf die sprichwörtliche „Handbreit“. Das Wasser ist extrem seicht und bietet gute Gelegenheit noch einmal das flache Durchziehen der Skulls zu üben. Das Auge genießt die Natur und Sonne satt!

Im Wasser stochern wir dann aber doch: unsere Fahrtenbeschreibung hat sich selbständig gemacht, es gelingt uns nicht, sie wieder zu fassen und so ist sie dahin. Nun gut, schleichen wir fortan dem Herrenboot hinterher, und kommen den Herren entgegen, die sich so dann auch nicht mehr fragen lassen müssen, wieso die Damen schneller sind.

Zu Mittag treffen wir Arthur in Dettelbach, fahren wieder gemischt und – da sich die Idee eines früheren Tagesendes durchgesetzt hat – auch bis Kitzingen statt Marktbreit.

Auf dem Main mit DominaDen Abend beschließen wir feucht-fröhlich mit Domina in Sommerach. Es geht wohl nicht mehr ohne… einen guten, lokalen Rotwein.

 

 

 

 

 

 

 

 

Tag 4:
Rasanter Start gleich zu Beginn – der Schleusenwärter hatte uns die Mitnahme in der Schiffsschleuse mit einem Passagierdampfer versprochen, so wir denn in 10 Minuten an der Schleuse seien. Die Schleusung mit dem Dampfer hat nicht geklappt, wir waren zu schnell und schleusen deshalb vor dem Schiff. An der nächsten Schleuse in Marktbreit ruft uns dessen Kapitän dann zu, er nähme uns mit, sofern wir uns beeilten. Mutig… sind wir ihm vormittags doch schon einmal davon gerudert.

Auf dem Main mit Domina

Sonst - kurz gefasst - blieb es ohne weitere Vorkommnisse, wir beenden unser Flusstraining in Ochsenfurt.

Ein herzlicher Dank an den Organisator Thomas und die Landdienste Musch und Arthur.

Datum: 07.06.2014 - Text: G.-I. Seehase / Fotos: M. Müller