Münchener Ruder- und Segelverein "Bayern" von 1910 e.V.
MRSV

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Jetzt fahr´n wir übern See, übern See…
Bericht vom 21. November 2013

So beginnt ein altbekanntes Kinderlied, und ja, so könnte man das Vorhaben einer kleinen Schar Ruderer bezeichnen. Wir, eine Runde ausreichend verrückter Ruderer um Utz Lichtenberg (MRSV Bayern), haben uns aufgemacht, den Starnberger See in seiner ganzen Pracht und Herrlichkeit zu umrunden.

Also haben wir uns an einem Freitagmorgen Ende Oktober 2013 getroffen und sind bei absolut traumhaften Bedingungen vom Clubgelände des MRSV aus in See gestochen. Der Starnberger See hat uns seine Huld erwiesen, war den gesamten Tag über spiegelglatt und absolut windstill. Für diese Jahreszeit eine wahre Wonne, bei annähernd 20 Grad und in kurzer Ruderkleidung aufs Wasser zu gehen. Man könnte fast von einem Frühlingserwachen sprechen, leider ist aber schon Oktober.

Einmal rund um den Starnberger See
Und los geht's!

Zunächst geht es auf der Westseite des Sees entlang, vorbei an der Roseninsel, Richtung Tutzing und Karpfenwinkel, rund 12 km; alle sind mit echter Begeisterung bei der Sache. Vorm Tutzinger Ruderverein legen wir dann eine erste Trink- und Kleiderpause ein. Wer will, kann jetzt flüssiges zu sich nehmen, Hemden wechseln oder einfach nur den Sitz etwas durchlüften, bevor wir uns nach kurzer Rast aufmachen Richtung Seeshaupt, der Wendemarke. Bei dieser Gelegenheit sind dieser ruhig daliegende See und die traumhaft bunte Landschaft ein wahrer Genuß. Eingebettet in eine einem wohl angelegten Garten gleichende Landschaft liegt hier Tutzing vor uns, eingefärbt vom herbstlichen Laub der Bäume, das leuchtendrot und goldgelb von der Sonne beschienen über den See strahlt.

Jedoch, wir müssen uns von diesem Anblick losreißen und weiter geht´s, vorbei am Museum der Phantasie, besser bekannt als Buchheim-Museum, und dem Bernrieder Park. Da liegt Seeshaupt und die Pfarrkirche St. Michael vor uns, Klaus erkennt unser Zwischenziel schon. Wir freuen uns alle auf die anstehende Mittagspause, das Sitzfleisch ist bereits etwas in Mitleidenschaft gezogen, die Hände brennen und der Rücken meldet sich auch schon an. Endlich! Klaus schlägt die Kurve Richtung unserem Mittagsziel, Kleines Seehaus.

Jetzt müssen wir jedoch erst noch an Land, aber da es keinen Bootssteg für Ruderboote gibt bleibt uns nichts anderes als freihändig aus dem Boot ins Wasser und dann anlanden. Wohl dem, der hier an Gummistiefel gedacht hat, so kann ein Teil der Ruderer trockenen Fußes aussteigen, der Rest hat zwar Badeschuhe dabei, aber bekommt immerhin nasse Füße. Kein wirklich angenehmes Erlebnis, denn trotz Traumwetter und Sonne ist der See einfach herbstlich kühl. Also, raus aus dem Boot, Boot geht hoch und in die mitgebrachten Böcke gelegt. Danke hier an Kristina Lichtenberg und Ilka Frisch, die als Begleittross vorausgefahren sind. So können wir das Boot sicher in Böcke lagern und zur wohlverdienten Mittagspause schreiten. Die erste Erschöpfung ist allen anzumerken und jeder freut sich auch auf trockene Kleidung, die von unseren Damen bereitgehalten worden ist.

In lustiger Runde lassen wir dann die erste Hälfte unserer Unternehmung Revue passieren, genießen die Sonne und den herrlichen Ausblick auf die Alpenkette, mit der Zugspitze als herausragendem Berg.

Nach gut eineinhalb Stunden der Ruhe machen wir uns dann wieder auf, die Seeumrundung zu vollenden. Alle lassen hier etwas wehmütig die Ruhepause hinter sich, sich ruderfertig gemacht, Kleidung präpariert. Das Boot ist in umgekehrter Reihenfolge wieder zu Wasser gebracht, auch hier sind nasse Füße unumgänglich. Alle sitzen, Klaus hat die Seile wieder fest in Händen und los geht’s.

Diesmal haben wir das Ostufer an unserer Steuerbordseite. Und der Blick schweift ab und an auf das berauschende Bergpanorama der Alpenkette, das uns der bayerische Fön zeigt. Wann hat man schon so einen hervorragenden Ausblick auf die Bergwelt und darf dies vom Ruderboot aus genießen. Vorbei geht´s an der Seeburg, Leoni und plötzlich erwartet uns eine wirklich herrliche Überraschung. Kurz vor Leoni waren doch tatsächlich auf einem Bootssteg Sektgläser und ein Fälschchen Prosecco bereitgestellt! Welch helle Freude für uns! Nach einigem Hin-und-Her beim Anlegemanöver können wir dann den kühlen Tropfen übernehmen und uns laben. Ein dreifaches Hipp-Hipp-Hurra auf unsern Utz! Danke lieber Utz, für diese wirklich gelungene Überraschung. Nach dieser kleinen aber sehr feinen Pause, machen wir uns dann auf die Schlußschleife.

Das Boot gleitet über den immer noch spiegelglatten Starnberger See, vorbei an bekannten Uferpunkten, Leoni, kurz danach an der Gedenkstelle für unseren König Ludwig II, die Votivkirche mit Holzkreuz im See. Das Kommando „Ein Luftschlag für unseren König“ von Utz, alle leisten dem Folge, kein Plätschern, kein Ditschen. In versammelter Stille an den bayerischen Märchenkönig erweisen wir seiner Königlichen Hoheit die Ehre und das Boot schwebt fast andächtig dahin, als ob es um die Bedeutung dieses Augenblickes wüßte.

Kurz darauf taucht Schloss Berg, die letzte Heimstatt des Königs, an Steuerbord auf. Jetzt wissen wir alle, daß wir es bald geschafft haben. Man merkt allen die Anstrengung an. Auf Höhe der Schönkliniken schlagen wir den Kreis Richtung Westufer, Richtung MRSV. Noch einmal reißt sich jeder zusammen und konzentriert sich noch ein letztes Mal, bis wir das Kommando „Ausrudern“ vernehmen dürfen und damit auch wissen, das Tagwerk ist vollbracht, die Rundfahrt geht dem Ende entgegen. Klaus meistert das Anlegen beim MRSV mit Bravour, wir alle steigen erleichtert und froh über das Schaffen aus, sind aber auch alle geschafft. Jeder begutachtet seine Hände, wie geht’s deinen Händen, zeig mal. Das Boot wird noch ordentlich versorgt, gesäubert und ins Lager verfrachtet, Skulls verräumt, geduscht und dann geht’s zu einem netten Ausklang bei verdientem Bierchen und Brotzeit.

Einmal rund um den Starnberger See
Es ist vollbracht!

Eine gelungene und sehr schöne Ruderpartie mit rund 52 km ist zu Ende, ein echtes Erlebnis für alle Ruderbegeisterten! Begeistert sind wir auch von uns selbst, denn mit einer Nettofahrzeit von rund 3 Stunden 30 Minuten waren wir durchaus ordentlich schnell unterwegs.

Teilnehmer:
Utz Lichtenberg (MRSV Bayern)
Ernst Riebensahm (MRSV Bayern)
Jochen Rein (MRSV Bayern)
Dani Jecht (MRSV Bayern/Uni Rudern)
Christian Kössl (RGM)
Mecki Walter (RGM)
Walter Frisch (MRSV Bayern)
Alina Götz (Uni Rudern)
Stm. Klaus Schwarz (RGM)
Begleitung: Ilka Frisch, Kristina Lichtenberg

Datum: 21.11.2013 - Text: Christian Kössl RGM / Fotos Ilka u. Walter Frisch