Münchener Ruder- und Segelverein "Bayern" von 1910 e.V.
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Abflug von Rio - Die MRSV-Jugend besucht das "Lufthansa Flight Training Center"
Bericht vom 09. Januar 2012

Abflug von Rio

Am 5. Januar war es so weit: Die MRSV-Jugend durfte auf Initiative des Vorstands das Trainingszentrum der Lufthansa in der Nähe des Münchner Flughafens bestaunen. Dazu machten sich insgesamt 19 Kinder und Jugendliche, drei Trainer und vier "fahrbereite" Eltern auf den Weg, um die Welt der Piloten und Flugbegleiter zu erkunden.

Bei unserer Ankunft wurden wir sehr freundlich von unserem Vereinsmitglied Eugen Bühle empfangen, der nach langjähriger Tätigkeit als Pilot nun den Nachwuchs der Lufthansa schult und weiterbildet. Sogleich begannen wir mit unserem Rundgang, während um uns herum bereits die Geschäftigkeit eines Flughafens herrschte: junge Piloten und Flugbegleiter auf dem Weg zu ihren Schulungskursen, Ausbilder und bereits erfahrenes Flugpersonal.

Abflug von Rio

Zuerst wurden wir in einen Raum geführt, der uns als „First Class-Simulator“ vorgestellt wurde. Hier standen tatsächlich eine ganze Flugzeugküche und mehrere Sitzplätze der Ersten Klasse zum Training der Flugbegleiter. In dieser sonderbaren Kulisse wurden wir über den Ausbildungsablauf der Anwärter zur Arbeit im Flugbetrieb informiert (Ausbildungsdauer, Anwärterzahl, Fortbildungsmöglichkeiten und vieles mehr). Im Hintergrund dazu konnten wir durch eine Glasscheibe den letzten Ausbildungstag einer Flugbegleitergruppe beobachten, die in einem Nachbau eines Flugzeuginnenraums den Service am Gast übten.

Anschließend ging es in eine große Halle, in der allerlei wunderliche Apparaturen standen: halbe Flugzeugrümpfe, ein hoher Turm mit Notfallrutschen, Wände voller Notfallgerätschaften wie Feuerlöscher und Sauerstoffmasken; dazwischen eine Gruppe von Auszubildenden in Sicherheitsanzügen, die ein wenig an die Ghostebusters erinnerten. Uns wurde erklärt, dass hier in erster Linie Notfallszenarien trainiert werden; hierzu sind die Flugzeugattrappen mit komplizierten Computertechniken ausgerüstet, welche unter anderem mit Hilfe von Projektoren das Ausrollen der Notfallrutschen simulieren.

Abflug von Rio

Schließlich durften wir die Halle mit den großen Simulatoren besichtigen. Vier dieser hochmodernen, auf Hydraulikstützen stehenden Würfel besitzt das Trainingszentrum. Drei davon waren bereits in ihrem vierstündigen Einsatz und wurden durch simulierte Turbulenzen und Flugzeugschäden durchgeschüttelt. Der vierte stand kurz vor seinem „Abflug“ und wir hatten die Gelegenheit, das Innenleben eines solchen Simulators zu betrachten, während die beiden Piloten und ihr Trainer ihren Flug vom Flughafen Rio de Janeiro vorbereiteten. Als der Simulator seinen Flug begonnen hatte, informierte uns Eugen Bühle, dass der Trainer für die beiden Piloten einen Triebwerkausfall kurz nach Start geplant hatte, welchen wir nun von Außen betrachten konnten, bevor die beiden Piloten die Situation stabilisierten. Hier erhielten wir viele Informationen über das Training und die Arbeit eines Piloten. Viermal im Jahr müssen sich diese dem Gefahrensimulator stellen, die ihnen in vier Stunden alles abverlangt. Parallel zu dieser Information beendete ein Team seinen Flug und verließ müde seinen Simulator, was uns die Konzentration und Anstrengungen eines Piloten verdeutlichte.

Abflug von Rio

Auch der normale Flugbetrieb ist anstrengend, die Pilotenromantik gibt es schon lange nicht mehr, viel eher bestehen gerade Langstreckenflüge aus einem 12 Stunden Arbeitsmarathon und der Aufenthalt im Ausland aus Schlafen. So wuchs bei uns allen der Respekt vor diesem verantwortungsvollen Beruf.

Danach endete unsere Führung, die, wie wir noch erfuhren, normalerweise nicht üblich ist, und weshalb wir uns bei Eugen Bühle sehr herzlich bedanken.

Es war ein super Ausflug! Und beim einen oder anderen konnte man gegen Ende am geistesabwesenden Blick erkennen, wie sie sich ihr Leben in der Luft als Pilot oder Flugbegleiter vorstellen. Womöglich wird jemand davon schon bald das Trainingszentrum wieder sehen.

Datum: 09.01.2012 - Text: Markus Bischoff