Münchener Ruder- und Segelverein "Bayern" von 1910 e.V.
MRSV

Aktuelles

Der MRSV bei der DJM in Brandenburg
Der Wind war ihr ärgster Gegner

Bericht vom 27. Juni 2011

Mittwoch:
Um circa 13 Uhr startete die 7-köpfige MRSV Crew mit Trainer Jonathan Bischoff zu den deutschen Jugendmeisterschaften, die dieses Jahr auf dem schönen Beetzsee in Brandenburg stattfanden. Gegen Abend checkten wir in unserem Hotel, dem Domkonvikt, ein und gingen Abendessen.

Donnerstag:
Nach einem ausgiebigen Frühstück fuhren wir früh morgens zur modernen Regattastrecke. Am Tag der Vorläufe machten Matthias Bähner und Peter Mederer den Anfang im Junior B Doppelzweier. Nach einem verpatzten Start mussten sich die Beiden trotz starkem Schlussspurt mit Platz 6 zufrieden geben, was für sie eine Teilnahme am Hoffnungslauf bedeutete. Um 12 Uhr folgten Jonas Dierkopf und Adam Eick im Junior B Zweier ohne. Die beiden hatten vom Start an mit den windigen Bedingungen zu kämpfen, hingen in den Bojen und konnten den daraus resultierenden Rückstand auf den heiß ersehnten 2. Platz nicht mehr aufholen. So qualifizierten sie sich nicht direkt für das Halbfinale und mussten den Umweg über den Hoffnungslauf gehen.

Als nächstes folgte Yannick Haas im leichten Junior B Einer. Er hatte Pech bei der Setzung des Vorlaufs und musste gegen überdurchschnittlich viele sehr schnelle Gegner rudern. Weil in seiner Bootsklasse 29 Einer gemeldet waren, hätte er Erster im Vorlauf werden müssen, um gleich für das Halbfinale qualifiziert zu sein. Wegen einer Platzierung im Mittelfeld des Laufes musste auch er in einen Hoffnungslauf.

Nun waren die älteren Junioren A an der Reihe.
Constantin Gadilhe startete hier im schweren Einer. Als jüngerer Jahrgang war er gerade bei den Schwergewichten im Nachteil und wurde, obwohl er gut mithielt, Sechster.

In der gleichen Bootsklasse, nur bei den Leichtgewichten, folgte Lukas Geiger.
Die gesamte MRSV Gruppe war zusammengekommen, um diesem traditionellen Highlight des Regattatages beizuwohnen. In diesem, dem stärksten Vorlauf hielt er sich bis kurz vor dem Ziel auf dem 3. Platz, schonte sich dann aber für den anstehenden Hoffnungslauf und wurde auf den letzten Schlägen noch auf den 4. Platz verwiesen.

Noch war nichts verloren, die Bilanz des Tages war aber eher negativ.
Alle MRSVler mussten nun auf eine gute Platzierung in den Hoffnungsläufen am folgenden Tag hoffen um ins Halbfinale zu kommen. Der erste Regattatag war wegen schlechten Setzungen und starkem Seitenwind eher von Pech geprägt. Am Abend motivierte man sich bei Pasta, Pizza und KiBa für den nächsten Tag und sprach Strategien etc. durch.

Freitag:
Früh morgens mussten sich Peter und Matze im Hoffnungslauf beweisen.
Sie kamen mit einem 5. Platz zwar nicht weiter, waren aber hoch zufrieden mit dem Rennen, das um einiges besser verlief als das am Vortag. Sie schlugen sich gut in einer der stärksten Junior B Bootsklassen, obwohl Peter als jüngerer Jahrgang mitfuhr und Matthias eigentlich Leichtgewicht ist.

Der Zweier ohne folgte.
Der Tag hatte mit Sonnenschein begonnen, just zu ihrem Rennen wurde Poseidon aber zornig und ließ ein Gewitter über den Beetzsee hinwegfegen. Das Rennen wurden abgebrochen und eine Stunde später, immer noch unter starkem Wind, nachgeholt. Jonas und Adam sicherten sich nun souverän mit einem Start-Ziel Sieg den Platz im Halbfinale. Yannick Haas war in seinem Hoffnungslauf über 1000 m lang eher hinten, setzte dann aber aus Angst vor dem frühzeitigen Ausscheiden einen fulminanten Endspurt an und holte sich den 2. Platz und den Halbfinal-Startplatz.

Constantin Gadilhe steigerte seine Leistungen erneut und fuhr so gut wie noch nie zuvor. Er wurde Dritter, was aber wegen der hohen Teilnehmerzahl nicht zum Weiterkommen reichte. Für ihn war es eine enorme Steigerung im Vergleich zu allen vorangegangenen Rennen.

Der Nächste war Lukas Geiger.
Wie immer waren alle anwesend, wie immer waren die Erwartungen hoch: „It‘s Geiger Time“ war angesagt und die Musik spielte auch passend „Eye of the (T)Geiger“. Lukas zeigte, dass er nicht in den Hoffnungslauf gehört und siegte mit einem beherzten Schlusssprint deutlich.

Der Tag war für den MRSV sehr gut verlaufen, jeder wurde seinen Ansprüchen gerecht und fuhr ein gutes Rennen. Jonas, Adam, Lukas und Yannick waren für ein Halbfinale qualifiziert.

Samstag:
Der erste Halbfinaltag begann später und gut ausgeschlafen, denn das erste Rennen war erst um 12.20 Uhr.

Es wurde ernst für den Zweier ohne, der einen 3. Platz für die Qualifikation benötigte. Schon beim ersten Startschlag sprang eine Stemmbrettschraube ab, so dass die Ruderer das Rennen für gelaufen hielten, da der Schlagmann Adam nur so Probleme beim Einsatz hatte. Über die Strecke konnten sie sich trotz dieser Panne einigermaßen gut behaupten und erkämpften sich einen 3.Platz, der aber gerade so für das A Finale reichte.

Nach der Finalqualifikation des Zweier ohne begab sich nun Yannick Haas an den Start. Er hatte über die gesamte Saison, insbesondere in Hamburg, eine exzellente Leistung erbracht. Umso höher waren nun die Erwartungen. Sein starkes Anfangstempo konnte er leider nicht bis zum Ende durchhalten und wurde Fünfter. Dies bedeutete für ihn nun leider das Aus, da sich in dem enormen Starterfeld nur die ersten beiden fürs A Finale sowie die 3. und 4. fürs B Finale qualifizierten.

Zum letzten MRSV Rennen des Tages schlug nun auch für Lukas Geiger die Stunde der Wahrheit. Ihm würde jedoch auch ein dritter Platzt für eine Finalteilnahme reichen. Mittlerweile hatte wieder ein starker Seiten- und Gegenwind eingesetzt, was auf dem Beetzsee faire Bahnbedingungen fast unmöglich machte. Lukas fuhr trotzt schlechter Außenbahn über die gesamte Strecke auf einer Höhe mit dem dritt platzierten Boot und konnte es 500 m vor dem erlösenden Ziel sogar überholen und ein Sekunde gutmachen. Im Schlusssprint sollte sich nun alles entscheiden. Letztendlich fehlten jedoch bittere 22 Hundertstel zu einer Finalteilnahme. So musste er akzeptieren, als jüngerer Jahrgang nur das B Finale bestreiten zu dürfen.

Mit einem kurzen Abstecher nach Berlin um Eva Rathgeb am Flughafen abzuholen, beendeten wir den ereignisreichen Regattatag.

Sonntag:
Das erste Rennen des Finaltages bestritt nun wieder der legendäre Zweier ohne, dieses Mal jedoch mit festgezogenem Stemmbrett. Das Wetter war nun deutlich besser als am Vortag, und so freute man sich als Zuschauer auf ein hoch spannendes Rennen. Nach starken Startschlägen befanden sich Adam und Jonas lange auf Medaillenkurs und lieferten sich mit dem dritt platzierten Boot einen engen Kampf. Letztlich erreichten sie mit einer halben Bootslänge Abstand zum Treppchen einen starken vierten Platz, welchen man sich zu Saisonanfang noch nicht einmal erträumte. So knüpfen die Beiden an die Erfolge in Hamburg an und können als schnellstes bayrisches Boot und die beste Platzierung auf der DJM seit Adams Bruder gerudert ist, sehr stolz sein.

Lukas Geigers B Finale stand nun auf dem Programm.
Schon kurz nach dem Start setzte er sich zusammen mit zwei weiteren Booten vom restlichen Feld ab. Während der eine Konkurrent, den Lukas im Vorlauf noch um Längen besiegt hatte, die Überhand gewann und auf Siegeskurs war, kämpfte Lukas in der zweiten Streckenhälfte darum, den 2. Platz zu behalten. Doch nach 1750 geruderten Metern schwand die Kraft bei jedem Schlag zunehmend und Lukas konnte den Platz trotz zuletzt sehr hoher Schlagzahl nicht halten, war aber als einer der Jüngsten doch sehr zufrieden damit, schnellster Bayer gewesen zu sein und bei so vielen Startern unter den Top 10 zu landen.

Alles in allem waren die vier Renntage die erfolgreichsten für den MRSV seit langem bei den Deutschen Meisterschaften. 7 Teilnehmer, 4 Halbfinalteilnehmer und 3 Finalisten können die wenigsten Vereine mit der Größe des MRSV aufweisen. Dazu hatten wir alle eine gute Zeit und einen guten Zusammenhalt. Wir schauen alle erwartungsvoll auf die Zeit der Sprintregatten im Herbst und die Bildung neuer Boote für die nächste DJM.

Datum: 27.06.2011 - Text: Adam Eick und Lukas Geiger