Münchener Ruder- und Segelverein "Bayern" von 1910 e.V.
MRSV

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Letztes Make-up für den MRSV
Bericht vom 21. Mai 2011

Arthur Hofer genießt die neue Aussicht am Starnberger See. Von seiner Warte schweift der Blick des Vorsitzenden des Münchener Ruder- und Segelvereins bis zu den Alpen, die sich im Süden wie schneeweiße Kristalle vom blauen Himmel abheben. Fast scheint es, als habe sich auch die Natur in den Vereinsfarben der „Bayern“ herausgeputzt, um mit ihnen am Sonntag die Inbetriebnahme des sanierten Hafens und der neuen Bootshütte in aller Festlichkeit zu feiern.

Genau ein ganzes Jahrhundert nachdem die Gründerväter des Vereins das erste Bootshaus an der heutigen Seepromenade 2 errichtet haben, wiederholt der MRSV den Auftrag der Alten. „Baue dir ein einfaches und schönes Haus an den Gestaden deines Sees und bevölkere dieses Haus mit einem fröhlichen Volk“, heißt es in der Gründungsurkunde. Der Club besitzt nun ein repräsentatives Domizil und die Mitglieder sind sich inniger verbunden denn je. Hofer sieht im neuen Miteinander von Ruderern und Seglern „eine zauberhafte und sympathische Verbindung, die so noch nicht da war“.

Und so schließt sich nach ereignisreichen Zeiten der Kreis, der alles und alle mit in sich hineinnimmt. „Wir haben dieses Postulat erfüllt“, ist Hofer stolz auf das Geschaffene, und hält alle wesentlichen Baumaßnahmen nun für abgeschlossen: „Nach 100 Jahren hat alles ein Gesicht und eine Form, die sich in den nächsten Jahren nicht mehr verändern werden“. Am Zukunftsprojekt war neben dem Starnberger Ingenieur Andreas Ott auch der Architekt Michael Schattan beteiligt.

Mit kreativen Lösungen hat es das Vereinsmitglied geschafft, das Budget auf 250 000 Euro zu drücken, das dank seiner Umsicht nicht einmal voll ausgelastet wurde. „Wichtig war, Zeit ins Land ziehen zu lassen, weil wir dann überlegt handeln konnten“, rechtfertigt Schattan die Bauzeit von einem Jahr.

Erhebliche Kosten hat der Architekt mit dem Kniff gespart, dass er als Fundament für die Bootshütte das Rückhaltebecken der Straßenentwässerung verwendete. Die Stadt Starnberg, die sich auch an den Kosten beteiligte, gab für diese Maßnahme großzügig grünes Licht. Auf dieser Basis ist eine funktionalistische Konstruktion aus Lärchenholz und Stahlträgern herausgenommen, mit der Schattan den Charakter der alten Bootshäuser nachahmte. „Ich finde, dass es ganz vernünftig geworden ist“, ist er zufrieden mit seinem Werk, das ganz auf überflüssigen Luxus verzichtet.

Datum: 21.05.2011 - Text: Christian Heinrich